Manchmal liegt Frankreich nur ein paar Straßen entfernt. Ich kam gerade vom Training über den Dächern von Hamburg, dem letzten Kapitel meiner Reha-Wochen, und wollte genau das: draußen sitzen, die Sonne genießen und gut essen. Also sind Chris und ich in den Eppendorfer Weg 161 gegangen, ins Ti Breizh, auf Deutsch „Haus der Bretagne“.
Das Ti Breizh und ich kennen uns schon lange. Vor über zwanzig Jahren habe ich zum ersten Mal im Stammhaus in der Deichstraße gegessen, und ich war glücklich, als die Crêperie später auch in den Eppendorfer Weg zog, nicht allzu weit von meinem Concept Store. In diesem Jahr konnte ich zu meinem Geburtstag nicht nach Paris reisen. Seitdem nehme ich jeden Augenblick mit, der mir mitten in Hamburg das Gefühl gibt, in Paris zu sein. Dieser Mittag war so einer: ein Stück Frankreich in Hamburg, und nach der Reha genau richtig.

Haus der Bretagne, seit 1998
Das Ti Breizh gibt es seit 1998, es war die erste bretonische Crêperie in Hamburg. Auf der Speisekarte steht die Philosophie des Hauses gleich vorne: Die Galettes werden aus 100 Prozent reinem Buchweizen gebacken, viele der Crêpiers sind selbst Bretonen und haben ihr Handwerk in der Bretagne gelernt. Die Zutaten kommen zu einem großen Teil direkt von dort, der Cidre Val de Rance aus Plouër-sur-Rance, die Andouille de Guéméné, dazu Fischkonserven aus dem Finistère. Wer beim Hinausgehen durch den kleinen Épicerie-Bereich am Eingang schlendert, kann sich einige dieser Schätze gleich mit nach Hause nehmen.



Sardinen, eine Galette Forestière und Rhabarber-Schorle
Als Entrée habe ich das Filet de sardines gewählt, Sardinenfilets auf knackigem Salat mit Tomaten. Ein einfacher, ehrlicher Teller, der sofort an die Atlantikküste denken lässt.

Danach kam meine Galette Forestière: die dunkle Buchweizen-Galette mit Emmentaler, gebratenem Speck, Sahne-Champignons und einer Weißwein-Zwiebelkonfitüre, die goldgelb auf dem Teller leuchtet. Die Ränder der Galette sind hauchdünn und kross wie Spitze, in der Mitte wird es cremig. Frisch gemahlener Pfeffer darüber, mehr braucht es nicht. Chris hatte eine Galette mit luftgetrocknetem Schinken und Salat, auch die sah zum Hineinsetzen aus. Dazu habe ich eine Rhabarber-Schorle getrunken, herrlich erfrischend an einem sonnigen Mittag.


Ganz frisch: bald auch in St. Georg
Und es gibt Neuigkeiten, das Hamburger Abendblatt hat gerade darüber berichtet: Das Ti Breizh eröffnet seinen vierten Hamburger Standort in St. Georg, in der Langen Reihe 38. Bisher gibt es das Haus der Bretagne in der Deichstraße in der Altstadt, an der Ölmühle im Karolinenviertel und eben im Eppendorfer Weg. Wer also demnächst in St. Georg unterwegs ist, darf sich auf Galettes in der Langen Reihe freuen.
Wenn Sie hingehen
Ti Breizh, Haus der Bretagne, Eppendorfer Weg 161, 20253 Hamburg. An der Tür stand bei meinem Besuch: Montag und Dienstag ab 17 Uhr, Mittwoch bis Sonntag ab 12 Uhr. Am besten vorher auf tibreizh.de prüfen, dort finden Sie auch die anderen Standorte. Bei Sonne unbedingt draußen sitzen.

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Trixi Gronau führt seit 1995 ihren Concept Store in Hamburg mit eigenem Druckatelier. In den 90er Jahren Stammkundin bei Susanne Otto (damals einzige Chanel-Adresse Hamburgs, Milchstraße), bei der Boutique Amica von Ina Gärtner und im Chippis Bazar von Mary Burose. Eingeladen zu Vernissagen bei der Galerie Levy (Pop Art und Surrealismus, Hamburg-Pöseldorf).
Herzlich, aus Hamburg
Trixi

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