Wenn wir in München sind, gibt es einen Ort, den wir nach Möglichkeit immer einplanen: die Emmeramsmühle.

Eigentlich beginnt meine Auszeit schon, bevor wir dort angekommen sind.
Man biegt von der Hauptstraße ab und fährt einen kleinen Weg entlang. Vorbei an kleinen Häusern, viel Grün und einer Umgebung, bei der man innerhalb weniger Minuten vergisst, dass man noch in München ist.
Und dann liegt sie plötzlich vor einem: die Emmeramsmühle.

Seit mehr als 20 Jahren
Wir kommen seit mehr als zwanzig Jahren hierher. Irgendwann ist daraus ein richtiges Ritual geworden.

Früher waren meine Eltern noch dabei. Später kamen wir mit der ganzen Familie. Meine Schwester mit ihren Kindern, ich mit Chris und unseren Töchtern. Wir haben hier gemeinsam gegessen, Geburtstage gefeiert und viele schöne Stunden verbracht.
Wenn ich heute wieder dort sitze, gehören deshalb immer auch Erinnerungen dazu.
Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einem Restaurant, das man gern besucht, und einem Ort, der über die Jahre ein Teil der eigenen Geschichte geworden ist.
Am liebsten draußen im Biergarten
Wenn das Wetter mitspielt, sitzen wir immer im Biergarten.

Gerade dort genieße ich besonders, dass der Münchner Trubel plötzlich weit weg scheint. Ich fahre möglichst zu Zeiten hin, in denen es nicht ganz so voll ist. Dann kann ich die Ruhe richtig genießen.
Und wenn das Wetter nicht mitmacht, geht es nach drinnen in die gemütliche, typisch bayerische Stube.

Auch das gehört für mich zur Emmeramsmühle.
Und was esse ich?
Da muss ich eigentlich nicht lange in die Karte schauen.
Für mich gibt es fast immer Schweinsbraten vom Strohschwein in Dunkelbiersauce mit Kartoffelknödel und Speckkrautsalat.

Dazu ein Helles.

Ich weiß, Abwechslung wäre manchmal interessant. Aber bei einem Ritual darf man durchaus bei dem bleiben, worauf man sich schon vorher freut.
Etwas Süßes gehört dazu
Danach kommt fast immer noch etwas Süßes.
Wenn es Kaiserschmarrn gibt, bestelle ich ihn rechtzeitig. Er braucht mindestens zwanzig Minuten und wird anschließend geteilt.
Vielleicht ist das dann mein kleines bisschen Österreich in München. Denn zum Skilaufen zieht es mich schließlich auch immer wieder in die Berge.

Oder ich nehme die Apferlkücherl, in Bierteig gebacken, in Zimtzucker gewälzt und mit Vanilleeis.
Danach braucht man meistens wirklich keinen zweiten Nachtisch mehr.
Ein Schwatz gehört manchmal auch dazu
Was für uns ebenfalls zur Emmeramsmühle gehört, ist das freundliche Personal.
Wir werden sehr herzlich empfangen und nicht selten kommen wir miteinander ins Schwatzen.
Nach so vielen Jahren entsteht dadurch etwas Vertrautes. Man kommt nicht einfach irgendwo zum Essen. Man freut sich darauf, wieder da zu sein.
Und danach noch ein Spaziergang
Wer nach dem Essen noch Zeit und Lust hat, sollte nicht gleich zurück in die Stadt fahren.

Die Umgebung lädt dazu ein, noch ein Stück zu laufen und die Ruhe etwas länger zu genießen.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir seit mehr als zwanzig Jahren immer wiederkommen.
Vieles hat sich in dieser Zeit verändert. Die Emmeramsmühle gehört für uns trotzdem noch immer zu München.
Ein vertrauter Weg, gutes Essen, ein Helles, manchmal ein Schwatz und ein paar Stunden, in denen der Trubel draußen bleibt.
Für mich ist das die schönste Form einer kleinen Auszeit.


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