Schlachterbörse. Wenn Hamburg ein Esszimmer wäre

Es gibt Orte in Hamburg, die brauchen keine Mode und keinen Hype. Sie stehen einfach da, seit Jahrzehnten, und machen ihre Sache so gut, dass man immer wiederkommt. Die Schlachterbörse in der Kampstraße 42 ist so ein Ort. Von außen eine Eckkneipe im Schanzenviertel, gleich neben dem alten Schlachthof. Innen dunkles Holz, gedeckte Tische, eine Wand voller Fotos von Gästen aus fünfzig Jahren und ein Tresen, hinter dem man sich sofort zu Hause fühlt.

Margit und Wolfgang Süße kenne ich seit über 45 Jahren. Die beiden haben die Räume Anfang der Siebziger übernommen, aus der alten Handelsbörse von 1904 wurde ihr Restaurant. Wolfgang gehört zur Gründergeneration dieses Hauses, und in diesem Sommer haben er und ich uns zufällig wiedergetroffen, beide gerade dabei, wieder zu Kräften zu kommen. Manche Freundschaften ruhen jahrelang und sind dann sofort wieder da, als wäre keine Zeit vergangen. Heute stehen Margit und ihre Tochter Jasmin als Gastgeberinnen im Haus, und genau so fühlt sich ein Abend dort an: als wäre man bei Freunden eingeladen, die zufällig großartig kochen.

Jasmin Süße, Trixi Gronau und Margit Süße am Tresen der Schlachterbörse Hamburg

Wir waren zu dritt da, mein Mann Chris, meine Freundin Gaby und ich. Vorweg gab es die traditionellen Scampis, die hier seit jeher auf den Tisch kommen. Danach für mich Roastbeef mit Bratkartoffeln, für Chris die Karbonade, für Gaby das Schnitzel. Das Fleisch reift in der Schlachterbörse mindestens sechs Wochen und kommt aus direkter Nachbarschaft vom Schlachthof. Das Steak wird am Tisch auf dem Holzbrett aufgeschnitten, innen rosa, außen mit gebräunter Kruste, dazu ein Glas Rotwein. Mehr Inszenierung braucht es nicht, und genau das ist die Kunst.

Die traditionellen Scampis als Vorspeise in der Schlachterbörse Hamburg
Steak wird am Tisch auf dem Holzbrett aufgeschnitten, Schlachterbörse Hamburg

Am schönsten sind ohnehin die kleinen Gesten. Margit hat mir an diesem Abend Rosen geschenkt, die dann in einem Glas auf unserem Tisch standen und die ich mit nach Hause genommen habe. Solche Momente kann man nicht planen und nicht kaufen. Sie entstehen, wenn ein Haus über Generationen von denselben Menschen geführt wird, die ihre Gäste kennen und mögen.

Rosenstrauß von Margit Süße auf dem Tisch der Schlachterbörse Hamburg

Wenn Sie hingehen

Wenn Hamburg ein Esszimmer wäre, dann wäre es die Schlachterbörse. Geöffnet ist Montag bis Samstag ab 16 Uhr, Sonntag ist Ruhetag. Reserviert wird ganz altmodisch nur telefonisch unter 040 436543. Auch das passt zu diesem Haus.

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Warum meine Marke den Namen meiner Schwester trägt, steht im Beitrag Warum Trixi Gronau. Konkrete Geschenke und Papier-Arbeiten aus dem Atelier gibt es im Concept Store.

Trixi Gronau führt seit 1995 ihren Concept Store in Hamburg mit eigenem Druckatelier. In den 90er Jahren Stammkundin bei Susanne Otto (damals einzige Chanel-Adresse Hamburgs, Milchstraße), bei der Boutique Amica von Ina Gärtner und im Chippis Bazar von Mary Burose. Eingeladen zu Vernissagen bei der Galerie Levy (Pop Art und Surrealismus, Hamburg-Pöseldorf).

Herzlich, aus Hamburg

Trixi

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