Fast täglich werde ich gefragt: „Und Sie sind dann Trixi?“ Nein. Ich bin Corinna. Trixi ist meine Schwester.
Weil das immer wieder erklärt werden will, und weil es eine schöne kleine Geschichte ist, die viel über unseren Familienbetrieb erzählt, schreibe ich sie heute einmal auf.
1995 in Winterhude
Angefangen haben wir nicht dort, wo unser Store heute steht. Der erste Trixi Gronau Concept Store öffnete 1995 im Poelchaukamp 23 in Hamburg-Winterhude, ein hübsches Eck-Ladenlokal, unweit der Druckerei und Buchbinderei, die meine Eltern Rolf und Elsbeth Gronau 1963 als Druck-Verlag Gronau aufgebaut hatten. Erst im Juni 2025, nach dreißig Jahren Winterhude, sind wir mit dem Store nach Hamburg-Lokstedt umgezogen, wo Sie uns heute finden.
Der Name Gronau, doppelt gesetzt
Dass der neue Laden „Gronau“ heißen würde, stand ohnehin fest. In Hamburg war der Name doppelt verankert.
Mein Vater Rolf war einer, der als junger Mann von SC Victoria Hamburg entdeckt wurde und in der Oberliga Nord spielte, der höchsten deutschen Spielklasse, damals, als es die Bundesliga noch gar nicht gab. Später kam er zu SC Concordia Hamburg und Anfang der Sechziger nach Zürich, zum Grasshopper Club. Er hat den Namen Gronau in der Stadt und darüber hinaus zu einer kleinen Größe gemacht.
Und meine Eltern hatten mit ihrem Druck-Verlag Gronau seit 1963 in der Nähe des Michel eine Adresse für Papier und Handwerk, die viele kannten. Ein neuer Concept Store konnte sich unter dem Namen Gronau zeigen, ohne sich lange erklären zu müssen.
Aber welcher Vorname sollte davor stehen?
Vier Namen auf dem Küchentisch
Vier standen im Raum: Elsbeth, meine Mutter, Rolf, mein Vater, Corinna, also ich, und Beatrix, meine Schwester, die zuhause alle immer nur Trixi genannt haben.
Unser Kriterium war ganz einfach, und heute, dreißig Jahre später, würde ich es genauso wieder machen. Ein Store-Name muss man behalten können. Er darf nicht sperrig sein, nicht kompliziert, nicht das dritte Mal buchstabiert werden müssen, wenn eine Kundin ihn ihrer Freundin weiterempfiehlt.
„Elsbeth Gronau“ war zu schwer. „Rolf Gronau“ zu gestrig. „Corinna Gronau“ zu lang, zu formell.
„Trixi Gronau„, das saß sofort. Kurz. Warm. Man hört es einmal und behält es.
Die Trixi hinter dem Namen
Was viele nicht wissen: Meine Schwester Beatrix ist selbst eine ganz eigene Nummer. Sie arbeitet als Lerncoach und hat mehrere Fachbücher darüber geschrieben. Mit unserem Concept-Store-Alltag hat sie im Grunde wenig zu tun. Aber der Name Trixi ist eben zu ihr gewandert, weil er sich einfach am schönsten aussprechen ließ. Sie steht mir, wenn es darauf ankommt, immer zur Seite. Genau wie mein Mann Chris.
Das Logo, hingeworfen
Das TG-Zeichen, das seither über der Tür hängt, ist genauso entstanden. Nicht in einer Design-Agentur, sondern einfach so am Tisch. Ein T, und daneben zwei gespiegelte G. Ein einziger Strich. Hingeworfen im wortwörtlichen Sinne. Vielleicht ist gerade das der Grund, warum es sich nach so vielen Jahren immer noch richtig anfühlt.
Ein Familienverbund
Auch wenn im Alltag meist ich hinter der Ladentheke stehe: Ein Concept Store wie unserer läuft nur, weil dahinter ein Familienverbund steht, der sich nahe ist. Meine beiden Töchter Simona und Antonia sind heute in ihren eigenen Berufen sehr erfolgreich unterwegs, und trotzdem helfen sie mit, wenn es darauf ankommt. Und zur Familie gehören auch meine Schwester Trixi und ihre drei Kinder, die alle, wenn Not am Mann ist, ganz selbstverständlich mit anpacken. Wir wachsen alle Generationen mit dem Laden.
Von Winterhude nach Lokstedt, dritte Generation Papier
Was mich bis heute berührt: Wenn wir im Atelier stehen, meine Töchter inzwischen an der Prägemaschine, an der schon mein Vater stand, dann tragen wir alle den Namen einer, die eigentlich nur zufällig namensgebend wurde.
Ein hanseatisches Familienunternehmen, wie man so schön sagt. Druck-Verlag Gronau seit 1963. Concept Store seit 1995, damals in Winterhude, seit Juni 2025 in Lokstedt. Dritte Generation. Und der Name, der Name gehört Trixi. Auch wenn ich Corinna bin.
Herzlich, aus Hamburg

Trixi Gronau in bewegten Bildern
Wer selbst sehen möchte, wie es bei uns aussieht: ein kurzer Film zeigt die Werkstatt und den Showroom. Die Werkstatt gibt es so noch heute, und der Showroom in Lokstedt ist ähnlich aufgebaut wie damals in Winterhude.

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