
Paris ist meine zweite Heimat, das wissen Leser dieses Blogs. Für ein Stück Frankreich muss ich allerdings gar nicht in den Zug steigen. Es liegt bei uns um die Ecke, am Eppendorfer Weg in Eimsbüttel: das par ici von Agnès Brinker.
Unser Samstagmorgen
Samstagmorgens haben mein Mann Chris und ich ein festes Ritual. Wir setzen uns ins par ici, bestellen einen Café Crème, ein süßes Teilchen und ein belegtes Baguette und lassen die Woche ausklingen, bevor das Wochenende richtig beginnt. Hinter der mintgrünen Theke duftet es nach Buttergebäck, an der Scheibe steht „Hambourg mon Amour“, und für eine Stunde fühlt sich Eimsbüttel an wie ein Viertel in Paris.

Agnès ist gebürtige Französin, sie stammt aus dem Südwesten Frankreichs. Wenn Zeit ist, halten wir einen kleinen Schwatz über Frankreich, über Lieblingsorte und übers Essen. Ihre Patisserie hat die Qualität, die ich aus Paris kenne und an der ich in Hamburg lange vorbeigesucht habe. Man schmeckt, dass hier jemand backt, der es von zu Hause kennt.

Eine Nachricht, die mich sehr gefreut hat
Diese Woche stand es im Hamburger Abendblatt: Agnès und Martin Brinker übernehmen das Funk-Eck an der Rothenbaumchaussee. Das Funk-Eck, gegenüber vom NDR gelegen, war 75 Jahre lang eine Hamburger Institution und stand nach der Schließung fast ein Jahr leer. Jetzt zieht dort par ici ein, mit Pâtisserie, Café und einem Garten. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2027 geplant.
Für mich ist das mehr als eine Lokalnachricht. Das Funk-Eck gehört zu meiner Familiengeschichte.
Unser Jahr im Funk-Eck
Ein Jahr lang haben wir dort jeden Morgen gefrühstückt, von Montag bis Freitag, um halb acht: meine Eltern, Chris, unsere Töchter Simona und Antonia und ich. Von dort war es nur ein Katzensprung zur Schule an der Hochallee. Die Zwillinge Lieselotte und Jonica hatten unseren Tisch meist schon eingedeckt, wenn wir kamen. Die beiden waren selbst eine Institution. Morgens gab es die legendären Apfelpfannkuchen mit Zimt. Und wenn am Rothenbaum Tennis gespielt wurde, in der Ära von Boris Becker und Michael Stich, brauchte man gar nicht erst zu versuchen, im Funk-Eck einen Platz zu bekommen.
Auch viele unserer Familienfeiern haben wir im Funk-Eck veranstaltet. Für meine Eltern war es ein Ort mit vielen Erinnerungen. An solchen Orten hängt mehr als Kaffee und Frühstück. Drei Generationen an einem Tisch, jeden Morgen, ein ganzes Jahr lang. Das vergisst man nicht.
Vorfreude auf den Garten
Umso schöner finde ich, dass ausgerechnet Agnès und Martin diesem Ort neues Leben geben. Die beiden bringen genau das mit, was das Funk-Eck verdient: Handwerk, Herzlichkeit und ein Gespür für Qualität. Und sie machen daraus ein Familienprojekt. Ihre drei Söhne sind mit an Bord, einer von ihnen ist gelernter Patissier mit Ausbildung und Stationen an großen Adressen in Paris. Wer wie ich aus einem Familienbetrieb kommt, liest so etwas mit einem warmen Gefühl.

Ich freue mich jetzt schon auf meinen ersten Café Crème im Garten an der Rothenbaumchaussee. Und samstags sitzen wir natürlich weiter am Eppendorfer Weg.
Wenn Sie hingehen
Das par ici gibt es gleich dreimal in Hamburg: die Boutique am Eppendorfer Weg 105 in Eimsbüttel, das Café an der Maria-Louisen-Straße 1 in Winterhude direkt am Leinpfad und das Atelier an der Rothenbaumchaussee 189. Das Atelier zieht ins ehemalige Funk-Eck um, wenn dort im Frühjahr 2027 eröffnet wird, zwischen altem und neuem Standort liegen nur zwei Querstraßen. Wer mag, liest die ganze Geschichte der Übernahme im Hamburger Abendblatt.
Read this post in English: Par ici. My piece of France in Eimsbüttel
Mehr Paris gibt es hier im Blog: wie eine Paris-Karte in meinem Hamburger Atelier entsteht. Und warum meine Marke den Namen meiner Schwester trägt, steht im Beitrag Warum Trixi Gronau.
Konkrete Geschenke und Papier-Arbeiten aus dem Atelier gibt es im Concept Store.
Trixi Gronau führt seit 1995 ihren Concept Store in Hamburg mit eigenem Druckatelier. In den 90er Jahren Stammkundin bei Susanne Otto (damals einzige Chanel-Adresse Hamburgs, Milchstraße), bei der Boutique Amica von Ina Gärtner und im Chippis Bazar von Mary Burose. Eingeladen zu Vernissagen bei der Galerie Levy (Pop Art und Surrealismus, Hamburg-Pöseldorf).
Herzlich, aus Hamburg


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