
Paris ist meine zweite Heimat. Ich bin sechs Mal im Jahr dort, kenne die Stadt seit Jahren, und viele meiner Lieferanten kommen aus Frankreich. Wenn ich Paris drucke, drucke ich also kein Klischee. Ich drucke einen Ort, der mich begleitet.
In meinem Druckatelier in Hamburg entstehen Grußkarten nicht im Maschinen-Takt. Jede einzelne Karte geht durch meine Hände. Lage für Lage, Schicht für Schicht. So entsteht eine Paris-Karte.
Vom Motiv zum Sieb
Am Anfang steht das Eiffelturm-Klischee. Ich lege es auf das feine Sieb, ein Belichtungsdurchgang, und das Motiv ist als Schablone fest im Gewebe. Was nicht zur Form gehört, bleibt geschlossen. Was Eiffelturm wird, lasse ich offen.

Die richtige Farbe rühre ich von Hand an
Neon-Pink ist eine Farbe mit Charakter. Wenn ich sie rühre, ist sie zäh und glänzt fast wie Lack. Auf dem Sieb verteilt sich nur die Menge, die der Rakel mitnimmt. Mehr nicht, weniger nicht. Das ist das ganze Geheimnis.

Der Rakel-Zug, Schicht für Schicht
Der erste Zug ist nie der letzte. Bei meinen Karten ziehe ich die Farbe drei- bis viermal durch das Sieb. Erst dann sitzt das Pink so tief, dass es die Tiefe hat, die ich im Kopf hatte. Zwischen den Zügen bleibt die Karte am Tisch. Nicht zu lange, sonst trocknet die Farbe im Sieb.
Jede Karte ein Unikat
Erst wenn ich das Sieb hebe, sehe ich, was geworden ist. Manchmal in Neon-Pink. Manchmal in einer ruhigen Pastell-Variante mit grüner Grundierung. Jede einzelne Karte trägt Spuren des Drucks: minimal verschoben, unterschiedlich gedeckt, mit einer Ecke etwas kräftiger. Genau das macht eine handgedruckte Karte aus.


Paris bleibt mein roter Faden
Manche Städte besucht man einmal und hakt sie ab. Bei Paris geht das nicht. Jede Reise bringt eine neue Ecke, einen neuen Laden, eine neue Karte im Kopf. Genau diese Eindrücke landen nach und nach hier am Tisch, im Sieb und auf dem Papier. Die Paris-Karten gehören zu meinen liebsten Motiven, weil sie eine Stadt mit einer Farbe verbinden, die so gar nicht naheliegt, und doch passt.
Ich drucke seit über dreißig Jahren von Hand, mitten in Hamburg. Buchbinderei, Letterpress, Prägen, Stanzen und eben Siebdruck sind bei mir unter einem Dach. Die aktuellen Karten und Editionen findest Du im Karten-Sortiment im Concept Store. Wer eine bestimmte Karte personalisiert haben möchte, schreibt mir gerne direkt. Auflagen unter zehn Stück mache ich auf Anfrage.


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