In unserem Atelier in Hamburg gehört das Stanzen seit Jahrzehnten zum Alltag. Jeder Lederanhänger, jedes Radiergummi-Etui, jede Tannenbaum-Silhouette und jeder Taschenbuttler entsteht hier zwischen einer schweren Stanzpresse, einem maßgefertigten Werkzeug und einem Bogen Material. Es ist eine kleine Choreografie aus Druck, Präzision und Geduld, und sie steckt am Ende in jedem Produkt, das mit unserer Hand gemacht ist.

Was Stanzen wirklich ist
Stanzen klingt nach Industrie, nach Fließband. Bei uns ist es das genaue Gegenteil: ein Handwerksschritt, der über Form, Kante und Charakter eines Produkts entscheidet. Wir legen einen Bogen Leder, Karton oder Filz auf eine glatte Unterlage. Darüber kommt die Stanzform, eine flache Holzplatte, in die eine geschliffene Stahlklinge in der gewünschten Silhouette eingelassen ist. Ein einziger Druck der Presse, und aus dem Bogen sind Tannenbäume, Seepferdchen, Lederkreise oder Etuis geworden. Was übrig bleibt, ist ein Negativ, das Stanzgitter, und in unseren Händen ein fertiges Einzelteil.
Die Stanzform: Klinge auf Holz

Eine Stanzform ist ein eigenes kleines Kunstwerk. Sie wird von einer Spezial-Werkstatt nach unseren Zeichnungen gefertigt: Auf einer ein bis zwei Zentimeter dicken Buchensperrholzplatte werden die Konturen ausgesägt, und in diese Schnitte werden flache Bandstahl-Klingen, scharf geschliffen, eingelassen. Der Stahl ragt nur wenige Millimeter über das Holz hinaus, gerade weit genug, um Leder, Karton oder Filz sauber zu trennen, ohne die Stanzunterlage zu verletzen. Wir besitzen heute mehrere Hundert solcher Werkzeuge. Für jeden Anhänger, jedes Etui, jede Variante einer Silhouette gibt es eine eigene Form, sorgsam beschriftet und aufbewahrt.
Vom Bogen zum Einzelteil
Unsere Stanzpresse ist eine Schwenkarmstanze aus den 1960er Jahren, ein massives Standgerät mit rund 500 Kilogramm Eigengewicht. Von der Aufstellung bis zur Wartung ist sie mehr als nur ein Werkzeug. Der Bogen wird gerade ausgerichtet, die Stanzform sauber aufgelegt, der Hebel betätigt, und in dem Moment, in dem der Druck die Klinge durch das Material treibt, ist die Form da. Die einzelnen Etuis, Anhänger oder Lederkreise werden anschließend von Hand aus dem Bogen gelöst. Manchmal löst sich ein Teil mit einem leisen Ziehen, manchmal mit einem kurzen Knack. Bei jedem zweiten Stück werden die Kanten beschnitten oder geschliffen, manche bekommen anschließend noch eine Kantenfärbung in der Wunschfarbe.

Materialien: Leder, Karton, Filz
Was wir stanzen, hängt vom Produkt ab. Für unsere Lederanhänger nehmen wir Reste aus deutscher und italienischer Produktion: oft Krokoprägungen, Glanzleder, Saffiano in Knallfarben wie Neongelb, Pink, Hummerrot oder kühlem Petrolblau. Für Etuis und Brillenputztücher arbeiten wir mit weichem Glattleder. Für die Tannenbaum-Anhänger nutzen wir auch Lederreste aus unseren Diaries und Notizbüchern. So verwandeln wir Verschnitt in neue, kleine Objekte. Karton und Filz kommen seltener zum Einsatz, aber sie haben ihren Platz: für saisonale Karten, für die Innenflügel von Geschenkboxen oder für Lese- und Pinnwand-Accessoires.
Editionen aus unserer Stanze

Manche Stanzformen begleiten uns seit vielen Jahren: Herzen, Tannenbäume, Hasen, Schmetterlinge, Schlüssel, Schlüsselherz. Andere entstehen aus einer Idee heraus für eine einzelne Saison. So haben wir zur Weihnachtssaison eine Tannenbaum-Edition mit gleich vier Größen gestanzt, und für Sommerkollektionen kleine Seepferdchen, Seesterne, Hummer und Elefanten als Glücksbringer in kräftigen Farben. Unsere Taschenbuttler, die kleinen, klappbaren Hängehaken für Damentaschen, bekommen ihren Lederbezug durch eine kreisrunde Stanze in genau dem Durchmesser des Buttler-Rahmens.

Liebe Grüße, Ihre

Häufig gefragt
Seit wann stanzt ihr im Atelier?
Stanzen gehört bei uns seit Jahrzehnten zum Atelier-Alltag. Den Concept Store mit eigenem Druckatelier gibt es seit 1995, die Druckerei und Buchbinderei meiner Familie schon seit 1963. Wir arbeiten in dritter Generation als hanseatisches Familienunternehmen, mit meinen Töchtern Simona und Antonia, meiner Schwester Beatrix und meinem Mann Chris. Heute lagern mehrere Hundert eigene Stanzformen im Atelier.
Was ist Stanzen eigentlich?
Stanzen klingt nach Industrie, ist bei uns aber Handwerk. Wir legen einen Bogen Leder, Karton oder Filz auf eine glatte Unterlage. Darüber kommt die Stanzform: eine flache Holzplatte mit eingelassener Stahlklinge in der gewünschten Silhouette. Ein Druck der Presse, und aus dem Bogen sind Tannenbäume, Seepferdchen, Lederkreise oder Etuis geworden. Was übrig bleibt, ist ein Negativ, das Stanzgitter.
Wie ist eine Stanzform aufgebaut?
Eine Stanzform ist ein eigenes kleines Kunstwerk. Sie wird von einer Spezial-Werkstatt nach unseren Zeichnungen gefertigt. Auf eine ein bis zwei Zentimeter dicke Buchensperrholz-Platte werden die Konturen ausgesägt, in diese Schnitte werden flache Bandstahl-Klingen, scharf geschliffen, eingelassen. Der Stahl ragt nur wenige Millimeter über das Holz hinaus, gerade weit genug, um Leder, Karton oder Filz sauber zu trennen.
Auf welcher Maschine stanzt ihr?
Unsere Presse ist eine Schwenkarmstanze aus den 1960er Jahren mit rund 500 Kilogramm Eigengewicht. Ein massives Standgerät, über Jahrzehnte eingespielt. Der Bogen wird gerade ausgerichtet, die Stanzform sauber aufgelegt, der Hebel betätigt. In dem Moment, in dem der Druck die Klinge durch das Material treibt, ist die Form da.
Welche Materialien stanzt ihr?
Vor allem Leder. Für unsere Anhänger Reste aus deutscher und italienischer Produktion: Krokoprägungen, Glanzleder, Saffiano in Knallfarben wie Neongelb, Pink, Hummerrot oder kühlem Petrolblau. Für Etuis und Brillenputzhüllen weiches Glattleder. Karton und Filz seltener, aber für saisonale Karten, Innenflügel von Geschenkboxen oder Lese- und Pinnwand-Accessoires.
Was sind typische Editionen aus eurer Stanze?
Manche Stanzformen begleiten uns seit vielen Jahren: Herzen, Hasen, Schmetterlinge, Schlüssel, Schlüsselherz. Andere entstehen aus einer Idee für eine einzelne Saison. Zur Weihnachtszeit unsere Tannenbaum-Edition mit gleich vier Größen, im Sommer Seepferdchen, Seesterne, Hummer und Elefanten als Glücksbringer in kräftigen Farben. Unsere Taschenbuttler bekommen ihren Lederbezug durch eine kreisrunde Stanze in genau dem Durchmesser des Buttler-Rahmens.
Was passiert mit den Lederresten aus eurer Diary-Produktion?
Wir stanzen sie zu neuen Objekten weiter. Aus dem Verschnitt unserer Diaries und Notizbücher werden zum Beispiel die Tannenbaum-Anhänger für die Vorweihnachtszeit. So entstehen aus Resten neue, kleine Stücke, statt sie zu entsorgen.
Fertigt ihr auch Sonderanfertigungen mit eigenen Stanzformen?
Ja. Wir lassen die Stanzform nach Ihrer Zeichnung anfertigen und stanzen die Auflage in unserem Atelier. Typische Aufträge: individuelle Geschenkkartons mit eigener Form, Briefumschläge in Sondergrößen, die Papierlieferanten nicht im Sortiment haben, Umschläge aus Spezialpapieren, die es nur als Planobogen gibt und für die keine passenden Briefhüllen erhältlich sind, oder Briefumschläge aus Skivertex mit Croco-, Lizard- oder Galluchat-Prägung. Mit dem Werkzeug können wir die Edition auch in Folgejahren wieder aufnehmen.
Wie nehme ich Kontakt auf, wenn ich eine Stanz-Edition beauftragen möchte?
Am einfachsten per Email an info@trixi-gronau.de oder direkt im Concept Store: Trixi Gronau, Bullenredder 19, 22529 Hamburg-Lokstedt. Wir besprechen Motiv, Material, Auflage und Termin individuell und melden uns mit einem Angebot zurück.
Im Concept Store

Im TRIXI GRONAU Concept Store finden Sie viele dieser kleinen, gestanzten Objekte: Lederanhänger in saisonalen Farben, Etuis für Radiergummi und Brille, Taschenbuttler in immer wieder neuen Farbpaarungen, die Tannenbaum-Anhänger in der Vorweihnachtszeit, und natürlich unsere klassischen Lederherzen. Jedes Stück ist in unserem Atelier entstanden, von der gezeichneten Form über die Bestellung des Stanzwerkzeugs bis zum Druck der Presse. Hier finden Sie nicht industrielle Konfektionsware, sondern eine kleine Bibliothek von Stanzformen, mit denen wir seit über drei Jahrzehnten kleine, sorgfältige Dinge in die Welt setzen.
Aus der Reihe „Einblicke in unser Atelier“. Ebenfalls erschienen: Buchbinderei, Letterpress und Prägeatelier.

Verwandt im Atelier: Buchbinderei und Prägen. Alle sechs Disziplinen auf einer Seite: Das Druckatelier in Hamburg-Lokstedt
Trixi Gronau führt seit 1995 ihren Concept Store in Hamburg mit eigenem Druckatelier. In den 90er Jahren Stammkundin bei Susanne Otto (damals einzige Chanel-Adresse Hamburgs, Milchstraße), bei der Boutique Amica von Ina Gärtner und im Chippis Bazar von Mary Burose. Eingeladen zu Vernissagen bei der Galerie Levy (Pop Art und Surrealismus, Hamburg-Pöseldorf).

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