Ich kenne Paris seit über vierzig Jahren. In den letzten Jahren fahre ich ungefähr alle drei Monate hin, und wir wohnen seit Jahren im selben Hotel in der Rue de l’Université. Ich habe schon viele schöne Abende in dieser Stadt verbracht. Aber einmal muss man den Abend bei Ducasse sur Seine erleben.
Ducasse sur Seine ist das schwimmende Restaurant von Alain Ducasse, einem der ganz großen Köche Frankreichs. Ein elegantes Elektroboot, das fast lautlos über die Seine gleitet, während an Bord ein mehrgängiges Menü serviert wird. Ich habe die abendliche Fahrt mit dem Menü Nuit étoilée schon zweimal gemacht, und jedes Mal fand ich den Ausblick wunderbar. Die Fahrt beginnt bei Tageslicht und endet in der Nacht, wenn der Eiffelturm funkelt. Ich liebe diese Nachtfahrt.

Ein eigener Anleger, eine andere Welt
Ducasse sur Seine hat einen eigenen Anlegesteg am Port Debilly, direkt gegenüber dem Eiffelturm. Es ist nicht der Steg der Bateaux-Mouches, und das spürt man vom ersten Moment an. Man wird empfangen, begleitet, und mit dem Betreten des Schiffes betritt man eine andere Welt. Das Boot ist ringsherum verglast, sodass man von jedem Platz aus wunderbar sehen kann, was draußen vorbeizieht.


Bei unserer Sommerfahrt gab es noch ein Schauspiel obendrauf: Die Patrouille de France zog mit ihren Rauchspuren in Blau, Weiß und Rot direkt über das Schiff hinweg. So etwas kann man nicht buchen, aber es passt zu diesem Abend, an dem einfach alles ein wenig größer wirkt.

Das Menü Nuit étoilée
An Bord wird ein Menü serviert, das den schönen Namen Nuit étoilée trägt, Sternennacht. Die Küche arbeitet auf dem Niveau, das man vom Haus Ducasse erwartet: französisch, präzise, mit besten Produkten. Bei uns gab es unter anderem Saumon Label Rouge und einen Cookpot mit Buchweizen, zum Abschluss ein Dessert, das Paris tout chocolat heißt und genau das hält, was der Name verspricht.





Mein liebster Moment zwischen den Gängen: nach draußen an die Reling gehen und sich den Wind um die Nase wehen lassen. Drinnen Kerzenlicht und leises Gläserklirren, draußen die Stadt, die langsam vorbeizieht. Dann wieder hinein zum nächsten Gang. Genau dieser Wechsel macht den Abend so besonders.
Paris von der Wasserseite
Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, Paris vom Wasser aus zu sehen. Die Fahrt führt bis um die Île de la Cité und wieder zurück. Man entdeckt Restaurants und Gebäude, die man vom Ufer aus nie wahrgenommen hat. Ich habe mich mehr als einmal gefragt: Habe ich das schon einmal gesehen? War ich hier schon? Dabei kenne ich diese Stadt seit Jahrzehnten. Vom Wasser aus sieht einfach alles anders aus.

Auf diese Weise habe ich übrigens auch das Restaurant Bonnie entdeckt, ganz oben auf dem Dach des SO/ Paris Hotels. Dazu später mehr in meinem Blog.
Die Nacht gehört dem Eiffelturm
Auf der Rückfahrt ist es dunkel geworden, und jetzt zeigt sich, warum ich die Nachtfahrt so liebe. Der Eiffelturm steht golden beleuchtet über dem Fluss, und zur vollen Stunde beginnt er zu funkeln. Vom Schiff aus, mit einem Glas in der Hand, ist das ein Anblick, den man nicht mehr vergisst.


Damit Sie einen Eindruck bekommen, wie sich diese Rückfahrt anfühlt, habe ich ein kleines Video mitgebracht: die Fahrt unter der Passerelle Debilly hindurch, der Eiffelturm golden dahinter, auf den Tischen brennen die Kerzen.
Wenn Sie hingehen
Ducasse sur Seine legt am eigenen Anleger am Port Debilly ab, im 16. Arrondissement gegenüber dem Eiffelturm, die nächste Metrostation ist Trocadéro. Bei unserer Buchung war das Boarding um 20 Uhr, abgelegt wird pünktlich um 20.30 Uhr. Reservieren können Sie über die Website ducasse-seine.com, für die Abendfahrt am besten mit etwas Vorlauf.
Ein Rat aus eigener Erfahrung: Gehen Sie nicht im Winter. Die Fahrt beginnt im Sommer noch bei Tageslicht, und die Momente draußen an der Reling gehören für mich fest dazu. Ich kann diese kleine Auszeit jedem empfehlen, der nach Paris kommt. Man muss sie einmal im Leben gemacht haben.
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Trixi Gronau führt seit 1995 ihren Concept Store in Hamburg mit eigenem Druckatelier. In den 90er Jahren Stammkundin bei Susanne Otto (damals einzige Chanel-Adresse Hamburgs, Milchstraße), bei der Boutique Amica von Ina Gärtner und im Chippis Bazar von Mary Burose. Eingeladen zu Vernissagen bei der Galerie Levy (Pop Art und Surrealismus, Hamburg-Pöseldorf).
Herzlich, aus Hamburg
Trixi

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