Manche Restaurants findet man nicht im Vorbeigehen. Die Pastorale liegt in einer ruhigen Straße in Eimsbüttel, hinter dem Friedhof, gleich neben einer Kirche. Der Bau ist purist, mehr Pavillon als Restaurant, Glasfassade rundherum, davor eine Wiese.
Zweimal war ich inzwischen mittags dort. Beim ersten Mal drinnen, da gab es Pasta. Gestern dann ein zweites Mal, diesmal draußen auf der Terrasse, im Sommerlicht am Holztisch. Wenn man dort sitzt, hört man die Vögel mehr als den Verkehr.

Gestern eine Burrata, dazu wilder Brokkoli, geschmorte Tomate, Oliven, ein heller Bogen aus Limoncello und eine der schönsten roten Saucen, die ich seit langem auf einem Teller hatte.

Danach ein gelber Eintopf, Polenta-Stücke in einer warmen Brühe, Bohnen, Sesam, Blüten obendrauf.

Zum Schluss ein Erdbeerkuchen, glasig und sehr klar im Geschmack.

Dazu eine hausgemachte Bergamotte-Limonade, mit ein paar Blättern Verbene im Glas. Daran erkennt man, dass jemand mitdenkt.
Hinter dem Konzept steht Marc Müller. Vor ein paar Jahren war er mit dem Santé am Krankenhaus Jerusalem eines der vielversprechendsten Restaurants in Hamburg. Die Pandemie hat das Projekt beendet. Müller ist eine Weile rausgegangen, hat eine Pause gemacht, seit Anfang dieses Jahres steht er wieder am Herd. Die Pastorale hat im Januar als Café eröffnet, seit März auch abends. Nur 16 Plätze, ein festes Menü, fast komplett pflanzlich. Italienische Abruzzesen-Küche mit nordischen Anklängen, Fermentation, ohne Pinzettendeko.
Am Abend war ich noch nicht dort. Das hole ich nach.
Wer einen Tisch sucht, der weder hastig noch laut sein soll, für einen langen Mittag im Grünen: Pastorale Hamburg, Molkenbuhrstraße 8.
Web: pastorale-hamburg.de
Herzlich, aus Hamburg


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