
Freitagabend in Port Sóller. Zu viert, an unserem Stammplatz direkt am Hafen, draußen unter dem hellen Himmel, der noch eine Stunde Tageslicht zu vergeben hat. Es Passeig ist eine dieser Adressen, die man immer wiederfindet, weil sie sich nicht erklären muss.

Wir starten mit einem Rosé Cava zum Anstoßen, pink, perlend, das Glas beschlägt. Die Boote im Hafen schaukeln leise, der Service trägt sich durch die Tische ohne Eile.

Hier bestellt man klein und vielfältig. Erst Tatar von der Aubergine mit cremiger Mozzarella und einem Bündel jungem Rucola obendrauf. Geräuchert, leise, eine Vorspeise, die nichts beweisen muss.

Dann Sushireis mit Wagyu-Rind. Zwei Stücke auf länglichem Teller, das Fleisch außen scharf angebraten, innen rosa, mit kleinen glänzenden Kaviar-Perlen als Akzent. Das ist nicht laut, aber sehr präzise.

Als Hauptgang kommt Tataki vom Thunfisch. War perfekt. Ein Wein begleitet uns durch den ganzen Abend: Can Axartell Rosé, ein mallorquinischer Rosé, super fruchtig, sehr trinkbar in dieser warmen Stunde, in der die Sonne ihren Winkel verändert.
Im Glas der Can Axartell, am Finger der Ring ALANA gelb von KMO Paris, im Hintergrund die Boote im Hafen.
Crissi hat sich gefreut, uns zu sehen. Das ist es, weshalb wir immer wiederkommen.

Wir bleiben sitzen, bis die Boote dunkler werden als das Wasser. Port Sóller im Sommer, der Hafen still, das Glas leer, der Abend lang.
Zurück im September 2026
Im September waren wir wieder da, diesmal an einem Samstagabend. Den Vormittag hatten wir auf dem Markttag in Sóller verbracht, am Abend ging es mit der Bahn hinunter an den Hafen.

Als wir ankamen, lag die Promenade noch fast leer da. Palmen, eine lange Steinbank, gegenüber die Häuser am Wasser und darüber der Berg. Das sollte nicht so bleiben.

Im Glas wieder ein Can Axartell, so kalt, dass es sofort beschlug. Dahinter der Hafen.
Und auch Crissi war wieder da. Genau diese Vertrautheit ist einer der Gründe, weshalb wir immer wiederkommen.

Vorweg kam ein kleiner Teller aus der Küche: geröstetes Brot mit Tomate, darauf drei Tupfen heller Creme und Schnittlauch.
Dann das Tatar von der geräucherten Aubergine mit Parmesanschaum, Kapern, Tomate und Rucola. Dasselbe Gericht wie im Juni, und wieder genau richtig.
Dazu Kartoffeln mit einer cremigen Begleitung und feinen Kräutern. Zum Teilen gedacht, geblieben ist davon nichts.

Danach die Scampi Tempura, knusprig ausgebacken, mit heller Creme, hellem und schwarzem Sesam und feinem Grün. Klein angerichtet, wie hier üblich.
Der Hafen wird zur Bühne
Zum Abend hin wird das Licht weicher. Die Boote liegen still im Wasser, dahinter der Ort und der Hang der Tramuntana.

Und dann wurde der Hafen selbst zur Bühne. Bei der Trobada d’Havaneres standen Sänger auf einem Boot und sangen ihre Lieder über das Wasser. Kurz darauf zog eine Gruppe Dudelsack spielender Männer an der Promenade vorbei. Und dann zeigten drei Luftakrobaten ihre Kunststücke. Wir saßen bei Crissi im Es Passeig, tranken Can Axartell, und mittendrin passierte immer wieder etwas Neues.

Mehr von dieser Reise: ein Abend im Nautilus in Port de Sóller.
Es Passeig · Passeig de la Platja · 07108 Port de Sóller · Mallorca · direkt am Hafen · Reservierung empfohlen
Wer wissen will, wie der Anfang dieser Mallorca-Woche war: Ankommen im Portixol.
Herzlich, aus Hamburg


